WortKlang & LiedGitarre - Workshops & Konzerte

Von 1980 habe ich bei meiner Spurensuche nichts gefunden. Meiner Erinnerung nach ist aber 1980 ähnlich verlaufen wie 1977/78/79.  Ich glaube in diese Zeit fiel auch mal ein gemeinsames Auftritt mit Dieter Süverkrüp in Witten. Ich glaube für die Falken wars.  Mit Martin C. Herberg, den ich aus der Zeit der Folkclubs in Witten/Bochum/Wuppertal kannte, (ist immer noch unterwegs), wie in den Tourplänen in der Zeitschrift AKUSTIKGÌTARRE, z.B. nachzulesen ist. Mit ihm war ich um 1980 rum mal in Stuttgart auf einem Festival, wo wir unsere jeweils eigenen Programme brachten, aber auch ein paar Titel zusammen "jammten". Ihm begegnete ich in 2010 auf dem Venner Folk-Frühling wieder.

Außerdem wird es wohl auch in diesem Jahr gewesen sein, als die Hans-Keller-Gruppe in Luxembourg gastierte. Daran und auch an die Freundlichkeit der Gastgeber habe ich noch gute Erinnerungen.

1985/86 habe ich ziemlich viel vernichtet, da ich glaubte, das Zeug nicht mehr zu brauchen, weil ich mit dem Musikmachen und Touren aufhören wollte. Das habe ich dann auch getan: für sieben Jahre. Ich nehme an, das da auch viel Material aus 1980 dabei in die Mülltonne gewandert ist.

1980 kam das erste eigene Lieder-Buch heraus. Bei Muschel-Musik. Einer Agentur, die wir in den 70er Jahren schon gegründet hatten und die nur relativ kurz existierte. Das Layout, den Druck, machte Heinz Wolf, wie schon bei der LP: BOBs STAGE - JUBILEE und dann auch für meine erste eigene LP - HANS KELLER - betitelt, die aber erst im August 1981 herauskam.

    Lieder - Text - Buch aus 1980

Für mich gehört Hans Keller zu den Entdeckungen des Jahres 1980. Außerdem liegt eine Textsammlung im Eigenverlag vor, die einen guten Überblick über seine Art zu schreiben gibt und darüber hinaus gegen manch anderen zeitgenlössischen Lyrikband bestehen kann. (Musikblatt Göttingen/Klaus Ahlbrand)


"Ich singe überall":                                                                                               

Hans Keller zu Gast bei der VHS-Matinee im Bürgerhaus                      

Düsseldorfer Liedermacher zeigte Alltagssorgen auf                                    

Westfälische Rundschau v. 03. Februar 1981

Der Düsseldorfer Liedermacher gastierte am Sonntagmorgenin der VHS-Liedermacher-Matinee im Bürgerhaus. Die harte, bildreiche, aber direkte Sprachein den Chansons des schlicht in Jeans und Pullover auftretenden Künstlers verfehlten die Wirkung auf die dreißig Zuhörer nicht. Die Lieder, die sich um Alltagssorgem, Großstadtmilieu des "kleinen Mannes" drehen, kamen spürbar aus Erfahrungen des Sängers. Jugend, Träume und Begegnungen; Druck und Unterdrückung in Arbeitswelt und Gesellschaft; Wehrdienstverweigerung, ganz normale Menschen und die, die abseits stehen: Die Themen und Schicksale in den Liedern waren echt. Eine innere Verbindung wurde ebenso in den Liedtexten von Bert Brecht deutlich, die Hans Keller vor dem VHS-Publikum gekonnt interpretierte. "Ich singe überall", sagte der Liedermacher, - auf Festivals, in Clubs, auf politischen Veranstaltungen, in Kneipen und im Knast. Ihm geht es um Ehlichkeit. Sein Anliegen honorierten die ausnahmslos jugendlichen VHS-Matineegäste mit ehrlichem Beifall.

                                                                                                         In Hattingen um 1980 / Festival - mit David Forstman


In Iserlohn, im Rahmen eines Festivals begegnete ich 1980 Helmut Ruge, dem Kabarettisten. Ihn kannte ich vor allem aus der Sendung "Dämmerschoppen - mit Hammer und Stichel" im WDR, die er mit H.D.Hüsch machte. Wir hörten das so oft es ging, nahmen es auch auf Cassetten auf, um es uns unterwegs "On the Road" anhören zu können.  Er empfahl mir das "Theater über dem Landtag", wo dann auch ein schöner Abend stattfand.

H.D.Hüsch bin ich dann später im HALIFAX, dem Club von Ray Austin in Gottenheim, begegnet. Er war da für ein paar Tage engagiert, und wir (HKG-Trio) waren gleich danach für 2 Tage dran. Ich war gerade auf Tour durch das Pfälzische, Württembergische und Badische. Da es sich nicht lohnte, wieder ins Rheinland zurückzufahren, machte ich bei Ray und Allison kurze Zwischensation. War natürlich auch neugierig auf H.D.Hüsch und wurde auch nicht enttäuscht. Er erlaubte mir persönlich sein Lied "Sing für die Verrückten" zu singen und wir unterhielten uns vor und nach seinen Auftritten.

                                                                        

Auf der LP - wie sie herauskam im August 1981 - waren erstmal 11 Titel drauf. Später habe ich dann noch ein paar der damals im Studio eingespielten Titel hinzugefügt.

Gitarre & Gesang: Hans Keller - Flöte, Piano, Gitarren: David Forstman - Bass: Dieter Aust - Drums: Rainer Doerr - Pedal Steel: Michael Lorengel.


Zur LP "Hans Keller" - Elster 6102 - MUSIKBLATT (Göttingen), 09. November 1981 

Hans Keller hat mit seinem Erstlingswerk für mich die bisher überzeugendste und wichtigste Liedermacher-LP deutscher Sprache in diesem Jahr herausgebracht, und zwar weil die Aussagekraft seiner Texte geradezu selbstverständlich mit der Aussagekraft seiner Stimme und der Musik korrespondiert.

Hans wurde 1952 geboren und gab 1972 einen vielbeachteten Einstand im dortigen "Danny's Pan. Er gelangte schließlich zu den Texten von Bert Brecht. Dessen Texte waren für ihn nie etwas akademische Mode, sondern er erschloss sie sich aus der Sicht des Betroffenen. Und als er dann begann, Brecht-Texte zu vertonen, waren das eben nicht die Klassiker wie "Macky Messer", sondern zumeist unbekanntere Gedichte und Balladen von andauernder politischer Aktualität. Zu diesen Brecht-Vertonungen kamen Brel- und Dylan-Adaptionen.

Diese waren dann auch die Wurzeln und Haupteínflüsse bei seiner eigenen Schreiberei. Eigene Lieder waren von Anfang an dabei, nahmen dannn aber über die Jahre immer mehr Raum ein. Die wichtigste Quelle ist dabei B.Brecht geblieben, was nur natürlich ist, da Hans mangels anderer Möglichkeiten der Welt des kleinen "Malochers" nie entrinnen konnte. (Musik gab es immer nur nebenher), und er setze sich in seinen eigenen Texten auch und vor allem gerade mit dieser Welt auseinander. Hans weiß nur zu gut, wovon er singt, weil es es eben am eigenen Leib erfahren hat. Diese Direktheit und Offenheit kommt auch der vorliegenden LP zugute, die ausschließlich eigene Songs enthält.

Da sind also jene zehn Lieder, - und ein Instrumental von D.Forstman - einige von ihnen direkter wie "Vorstadtmorgen" und "Vorstadtabend", eingefangene Stimmungsbilder, die auch auf den zyklischen Charakter der LP hinweisen, oder "Florida", in dem der Alltag in der Fabrik mit der Sehnsucht nach weißen Stränden kontrastiert wird. Daneben jene Bilder voller Poesie, die jedoch nichts vernebelt, sondern sich ebenso direkt über die Gefühle mitteilt, wie das Lied vom "Clown". Das Lied vom "Niederrhein", in dem die Zerrissenheit der darin ausgedrückten Gefühle mit der Kaputtheit unseres "Stromvaters" Hand in Hand geht, hat von beiden etwas und gehört zu den Liedern, deretwegen ich die Platte z.Zt. immer wieder höre, ebenso wie die beiden (Anti-?) Liebeslieder "Lene" und "Nachtasten", die von der Gefühlskälte unserer Zeit handeln, hinter denen die Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung so offenbar wird.

Früher ist Hans Keller häufig mit einer ganzen Band aufgetreten und seine Musik hatte rockigere Akzente. Aus dieser Zeit sind David Forstman als zweiter Gitarrist (David ist gebürtiger Kalifornier und lebt heute als Gitarrenlehrer in der Nähe von Gießen) und ebenso einfühlsamer Flötist und Dieter Aust am Bass mit dabei.Und das, was die drei da auf ihren Instrumenten machen, passt eibnfach in dem Sinne zu den Texten, dass man sich eine andere Interpretation gar nicht vorstellen kann. Das gilt auch und gerade für Hans'   Gesang.                                                                                                                                                  Klaus Ahlbrand


Poetische Lieder aus dem Alltag

Eiserne Lerche (Dortmund) 4. Ausgabe 1981 - Olaf Cless

Der Name Hans Keller wird vielen neu sein. Und doch ist Hans kein Neuling unter den Liedermachern. Schon vor zehn Jahren debutierte er mit eigenen Songs im Düsseldorfer  "Dannys Pan". Was jedoch ziemlich selten vorkommt: Hans Keller blieb immer berufstätig; er arbeitet heute als LKW-Fahrer. Jüngst hat er eine LP produziert - eine erste, meines Wissens. Hans Keller besingt auf ihr die menschen, ihren Alltag, ihre Versuche zu leben und zu lieben. Seine Betrachtungen haben etwas von Stilleben, es passiert und bewegt sich darin wenig. Ein melancholischer Grundton durchzieht die Stücke. Die besten sind für mich diejenigen, die nicht vage exitentialistrísche Stimmungsbilder entwerfen, sondern in denen Hans realistisch und poetisch zugleich das konkrete Leben beobachtet/"Florida", "Lene" u.a.). Die LP ist solide produziert: die sparsamen Arrangements belassen Hans Kellers - übrigens hörenswerte - Stimme und Interpretation stets im Zentrum. Ich wünsche mir mehr zu hören von Habns Keller, und auch, dass er nicht auf der Stelle stehen bleibt. Aber wie gesagt, er fährt ja schließlich LKW.

Weitgehend überzeugend

Folk-Magazin , 5. Ausgabe 1981 (Rüsselsheim)

... denn seine Stärke ist zweifellos eine Stimme, die warm und überzeugend klingt, die packt und klarmacht, dass Keller - wenn denn schon Kästchen erwünscht sind - in die Rubrik "Chanson" abzulegen wäre, nicht bei den "Liedermachern". .. Mir gefällt Hans Keller (weitgehend). Man sollte sich sich die Platte zu Gemüte führen, denn allzu viele gute Interpreten mit halwegs ordentlichen Texten scheints nicht mehr zu geben (ga)

Bei Keller stimmt's - EXPRESS-Plattentip

Hans Keller, der Düsseldorfer, hat in diversen Jobs allerhand durchgemacht. Zu Gitarre, Flöte und Bass singt heute mit angerauhter Kehle vom Neid des Fließbandarbeiters aus diejenigen, "die auf weißen Schiffen die Meere durchfahren". Keller (29) ist weniger böse als traurig. Seine Debüt-LP stimmt nicht agressiv, sondern nachdenklich. Die Hauptsache aber: Seine LP stimmt.   (KS)

                          
                                                        

Michel Folkzeitung Nr. 24, Nov./Dez. 1981 - (Bonn) (wb)

Eine LP. an der m.E. alles stimmt: Texte, Musik, Arrangement, Atmosphäre ... Eine solche Platte geben nur die Könner unter den Liedermachern als Debutalbum ab. Hans Keller ist einer. Unbedingt anhören!


Liedermacher Hans Keller überzeugte

Hans Keller, deutschsprachiger Liedermacher gastierte im Haus der Jugend in Neuss. (11.11.1981)(BT)

Hans Kellers Lieder, die er mit seinem Bassisten Dieter Aust zur akustischen Gitarre vortrug, sprachen Sehnsüchte, hoffnungen und Träume aus, die die ihren direkten Ausdruck in der Poesie und Musik gefunden haben. Nicht die alternative Landflucht erscheint ihm daher erstrbenswert, sondern das Durchhaltevermögen zum Dableiben, zum Verändern. In diesem Sinne war auch seine Brechtbearbeitung "Georgia" zu verstehen.

Poesie aus Erfahrungen                   

Frankfurte Rundschau - 04.12.1981 - Detlef Hans Franke

HANAU. Viele seiner Liedertexte sind "von Brecht ... und mir", wie Hans Keller seinen Zuhörern in der Hanauer Fotogalerie, sich selbst ein wenig verpottend, immer wieder sagt. Keller hat mit Brecht mehr gemeinsam, teilt er doch mit dessen füher Figur "Baal" die Vitalität. Auch Vergleiche mit Dichtern wie Artur Rimbaud oder Francois Villon bieten sich an. Der 29jährige aus Düsseldorf gehört sicher in die Gruppe der Liedermacher, seine Stimme erinnert gar gelegentlich an Kalus Hoffmann. Damit hört der Vergleich aber auch schon auf. Was für Leute wie Hoffmann, Ambros oder Wecker Schallplattenumsätze und Auftritte im Rampenlich sind, ist für Keller der rauchgeschwängerte Dunst kleiner Clubs und Keller, wie der Hanauer Fotogalerie, wo ihn ein nicht allzu zahlreiches, aber am Ende sehr zufriedenes Publikum hörte.

Und Keller hatte etwas zu sagen, auch wenn es oft fremde Taxte wie die von Brecht sind, die er zur Gitarre singt. Er beginnt mit dem grauen, kalten, schmutzigen Vorstadtmorgen, der trüben Welt von Millionen von Menschen, denen sich Licht und Sonne nur durch Schaufenster oder den Fernsehschirm eröffnen.

Dann wandern die Themen. Er geißelt die, die nur an Geld denken, warnt zum Country-Rhytmus vor dem Militarismus, singt von Mädchen und Frauen, die das Leben gelernt haben oder daran zugrunde gehen, wie Marie Farrar, die in den dreißiger Jahren aus sozialer Not ihr Kind umbrachte und deswegen hingerichtet wurde. Stets die von der Schattenseite des Lebens, die Keller besingt, auch wenn er autobiogrphisch wird.

Gewalt ist überhaupt ein Dreh- und Angelpunkt seiner Texte; die Gewalt, die der Schwache spürt, wenn ein anonymes System ihn in die Mangel nimmt. Hans Keller, der Ex-Bäckergeselle, Schaustellergehilfe, Fabrik- und Lagerarbeiter, hat diese Gewalt gepürt, dagegen bis an den Rand der Selbstvernichtung rebelliert und es schließlich gelernt, diese Erfahrungen in poetische Potenz umzusetzen. Doch auch in der Liedermacherszene gilt Keller, wie er selbst sagt, nicht als "Poet, sondern als Prolet". Anderen ist er der Inbegriff des "Windhundes", eine fragwürdige Gestalt also. Doch: ein Windhund kann lange laufen, der hat einen langen Atem, singt Keller in einem selbstgetexteten Stück, das er wie die meisten seiner Lieder in die Zuhörerschaft hineinpeitscht zum hämmernden Rhytmus seiner Gitarre, die Augen dabei zu schmalen Schlitzen zusammengezogen, Schweiß auf der Stirn, ganz versunken und voll Spannung zugleich.

Nur selten sind seine Lieder zart. Dann zeigt Keller, dass er auch zupfen kann und das nicht einmal schlecht. Er singt, heißt es am Ende, "für die Verrückten", für die, deren Vorstadtabend nicht mehr ist als müdes Licht und trübe Gläser. Kellers Lieder können sich ohne weiteres mit denen der großen Namen der Branche messen. Sie sind in jedem Fall überzeugend.

Unsere Zeit (Düsseldorf) vom 08.01.1982 - (UHe)

... und da Hans Keller sein Gitarrenspiel gekonnt und gleichrangig mit der Musik einzusetzen weiß, die beiden ihn begleitenden Musiker sehr einfühlsam mit Querflöte und Bass umgehen, ist das Hören der Platte für Kopf und Bauch ein Genuss. 

Trierischer Volksfreund - 30./31..01. 1982

Der Außenseiter unter den deutschen Chansonniers, Hans Keller, stellt sich mit seiner neuen LP vor.Mit rauher, eindrucksvoller Stimme, musikalisch ergänzt durch kraftvolles, ausdrucksstarkes Gitarrenspiel, mit der Verstärkung von David Forstman und Dieter Aust.

"GUCKLOCH" - Düsseldorfer Szene-Zeitung - im März 1982

... besser macht es Hans Keller auf seiner Debüt-LP, die musikalisch zwischen Wader und Dylan einzuordnen ist. Man merkt, dass bei ihm Texte und Musik nicht nur um des Erfolges Willen aufgesetzt sind, sondern es steckt eine Menge Ehrlichkeit dahinter. Seine Lyrics erinnern mich ungewollt an Heinrich Böll, sicherlich kein negativer Aspekt der Platte

                                                                mit David Forstman / Festival Lennestadt - Folk in den Bergen -

Eigenständige Poesie 

Westfälische Nachrichten (Münster) vom 12.02.1982 - (wk)

Seitdem deutsche Liedermacher fast wie Pilze aus dem Boden schießen und Plattenproduktioenen den Markt überschwemmen, fällt es gerade Neulingen immer schwerer, einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu finden. Auch Hans Keller, Jahrgang 1952, ging es dabei offensichtlich nicht anders. Doch wirkt sich die unüberhörbare Anlehnung an den bekannteren Klaus Hoffmann nicht negativ aus. Im Gegenteil: Der Düsseldorfer vermag mit der Art seines Vortrags der eigenen Chansons und Balladen zu überzeugen. Persönlich gehaltene Lieder mit Bezug zur Wirklichkeit, deutlich und direkt formulierte Texte zeichnen Hans Keller aus. Seine Zustandsbeschreibungen, präzisen Beobachtungen sind verständlich und kommen - wie das Gitarrenspiel - ohne jeden Schnörkel aus. Dass seine Texte und Lieder dadurch blass und kalt sind, kann man auf keinen Fall sagen. Keller hat eine eigene Posie, formal sicherlich nicht perfekt, doch phantasievoll. Eine Poesie des Alltags. Es bleibt zu hoffen, dass er sich vom Geheimtip einmal zu bekannten Interpreten entwickeln wird.

Liedermacher - Lesebuch

In 1982 brachte der ARENA-Verlag ein Liedermacher-Lesebuch heraus, in dem auch zwei Prosa-Texte von mir drin waren. Ein Text über ein Knast-Konzert in Werl und 1 Text, der schon im Eigenverlag-Textheft (s.O.) erschienen als Schlusslicht erschienen war: Hans Keller über Hans Keller - Ein Versuch.
Aber ich hatte jedenfalls die Ehre mit einigen bekannten Persönlichkeiten im gleichen Buch vertreten zu sein.

Die anderen Autoren: Lee Bach / Thommie Bayer / Herbert Beck / Thomas C. Breuer / Georg Danzer / Ekkes Frank / Alfred Gulden / Andre heller / Ludwig Hirsch / Klaus Hoffmann / Franz Hohker / Peter Horton / Hanns-Dieter Hüsch / Diether Huthmacher / Schiffkowitz / Gottfried Schlögl / Chritstof Stählin / Günter Stössel / Stephan Sulke / Frederik Vahle / Hermann van Veen / Tobias Verch / Konstantin Wecker / Bettina Wegener.

Hans Keller - Geheimtip unter den Liedermachern( WAZ)

 in der LAGERHALLE - Osnabrück - Freitag den 30.02.1982
"Kultur im Sommer" in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Osnabrück


die tat - (Frankfurt am Main) Nr. 28 - 09.07.1982

Hans Keller, LKW-Fahrer, Liederschreiber und Interpret, ist noch ein Unbekannter. Das sollte und wird sich ändern, den seine erste LP - schlicht "Hans Keller" betitetl ist eine rundherum gelungene Sache. Die Texte, Kompositionen und die Art und Weise erinnern an Klaus Hoffmann und können sich mit diesem durchaus messen. In einer assoziationsreichen Sprache zeichnet Keller das Stimmungsbild eines Alltags zwischen Aufstehen und dem abendlichen Ausklingen des Tags. Sorgen und Nöte, Monotonie und Träume vom weißen Strand und von der Atlantiksonne. Und dai ist Johannes, der den Totetanz nicht tanzen will: " Zu grausam ist die Melodie vom Töten und Sterben in der Armee." Johannes wil eine wunderschöne Melodie in einem friedlichen Land. Da wird das Verhältnis von Menschen zueinander beschrieben, das Porträt einer Landschaft gezeichnet. Instrumentiert is das Ganze mit akustischen Gitarren, Querflöte und Bass.

Mannheimer Morgen - März 1982

Kraftvoll, ohne üppig zu sein; nüchtern, ohne zu langweilen. Gleichwohl eine Platte, die man sich mehrmals anhört, weil sie die Realität sehr genau zeichnet. Ein Liedermacher, dem man ein goßes Publikum wünschen möchte - oder besser nicht ?

Hans Keller im Folk-Club-Villingen "Scheuer" Kalkofenstraße 3 a

am Freitag den 19.11.1982

Hans Keller ist leider immer noch viel zu unbekannt und dies wollen wir auch ändern, deshalb präsentieren wir ihn einmal mehr im Club, nachdem er auch endlich seine ertst Platte veröffentlicht hat. Hans erzählt von denen, die auf der Schattenseite der Systeme und gesellschaften stehen. Er tut es konkret, ehrlich und engagiert. Die Sprache und die Musik seiner Lieder sind unkompliziert, kraftvoll und einheitlich.

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Für das Frühjahr 82 fand ich keine Tourdatenpläne mehr, aber es sind wohl ähnlich viele Termine gewesen, wie im Herbst/Winter 1982

Konzerttermine Herbst/Winter 1982

03.09. - Limburg/Lahn - Thing - Haigerstr.17                                                                                           11.09. - Bochum - Friedensfest - (Künstler für den Frieden)
15.09. - Iserlohn - Fokslub - JZ Schauburg
16.09. - Bad Soden : Guckkasten - Allestr. 4 -
17.09. - Wuppertal - Teedose - JZ Geschw. Scholl-Platz
18.09. - Bad Hersfeld - Buchcafe - Im Hanfsack 7
19.09. - Güglingen - Folkclub - Schulzentrum
24.09. - Neustadt/Aisch - Luisenhof
25.09. - Fürth - Pizzales Batscher - Höfenerstraße
27.09 - Limburg/Lahn - Thing - Haigerstr. 17 - Jubilee mit Rundfunk (HR)

01.10. - Karlsruhe - Forum Rotart
03.10. - Koblenz - Kulturfabrik - Mayer-Alberti. Str. 11
06.10. - Ravensburg - Jugendhaus - Moltelidstraße 34
07.10. - Nürnberg - Kaiserberg - Obere Krämergasse 30
08.10. - Mosbach - Berufsbildungswerk
09.10. - Augsburg - Bürgerhaus Kresslesmühle
14.10. - Essen - Kleinkunstkeller i. J.Z. Oapestr. 1
27.10. - Moers - JZ Süd - Am Südring 2

04.11. - Lindau/Bodensee - Braustüble - Mozacher 23
07.11. - Nürtingen - Evangelisches Jugendwerk
09.11. - Kiel - Pumpe
16.11. - Limburg - Stadthalle
18.11. - Freiburg - Folkclub
19.11. - Villingen - Folkclub
20.11. - Backnang - Club Junges Europa
21.11. - Balingen - Im Bären
23.11. - Pforzheim - Prisma - Rudolfstr. 3
24.11. - Offenburg - Gelbes Haus - Stegermattstr. 16a
25.11. - Titisee-Neustadt (Bodensee) - Alte Schulhaus - Altenweg 14
26.11. - Schwabach -(bei Nürnberg) - Galerie Rosskottn - Nördliche Ringstraße

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In den 80er Jahren war ich dann ebenso viel unterwegs wie in den 70er Jahren. Es waren immer ca. um 50 - 60 Auftritte pro Jahr. Das nicht nur im Ruhrgebiet und angrenzenden Gebieten, sondern auch viel im Baden-Württembergischen, im Bayerischen, im Norden damals  wenig. Es reichte also nicht, um davon zu leben, was auch erstmal keine Frage war. Etwa ein Drittel der Engagemants wurden von der HKG (Hans-Keller-Gruppe) bestritten. Zum Teil aber auch nur im Duo oder Trio. Das Trio bestand meist aus D. Aust u. David Forstman, das Duo mal mit D.Aust oder David Forstman. Zeitweise bestand das Trio aus Michael Lohrengel (Bass) und D. Forstman (Gitarren-/Flöte).

Im Renitenztheater/Stuttgart war ich in dieser Zeit auch mal. So eine Veranstaltung für den SWF. Karl Dall war  dabei und das ganze wurde moderiert von Jürgen Scheller (ehemals: Lach und Schießgesellschaft)

Bei den Festivals, -vor allem-, bin ich vielen anderen Künstlern begegnet wie z.B. "Liederjan".

Seit 1983 war ich nun hauptsächlich als Liedermacher tätig. Nebenbei machte ich noch Gitarren-Workshops.

Bardentreffen 1983 - Nürnberg

Seit 1977 ist der Düsseldorfer Hans Keller in der bundesdeutschen Liedermacherszene in Erscheinung getreten. Mit seiner rauhen, eindrucksvollen Stimme, ergänzt durch kraftvolles, ausgefeiltes Gitarrenspiel, singt er sich in das Bewusstsein seiner Zuhörer. Seine Texte sind sehr persönlich gehalten, mit einer eigenen Poesie. Seine Suche nach der Wirklichkeit formuliert er deutlich und direkt. Stets versucht er die Realität als Illusion zu entlarven. Mit dem rechten Folkrock-Sound helfen ihm dabei Michel Lohrengel (Bass)
und David Forstman (Gitarren/Flöte)

"Erwähnenswert auch Hans Keller mit seinen Persönlichen Chansons und poetischen Balladen"   Nürnberger Nachrichten - 08. August 1983 -

Festival der Liedermacher 83 - Burg Stolberg  - Rundblick 31.08 1983

Die beste musikalische Leistung brachte das Trio Hans Keller & Friends, die rockig-funkig spielten und auch textlich auf einem sehr hohen Nieveau lagen.


Von 1984 bis 1985 war ich neben meinen Solo-Gigs mit Minor Rogalla "unterwegs"
Er spielte meist Akustik- und E-Bass, aber auch Gitarre und Klavier und kam aus der Jazz-Szene.

                                             

"Rosine" aus dem Festival nun intensiver genossen.

Hans Kellers Lieder gingen unter die Haut

Stolberg. - Eine "Rosine" aus dem Liedermacherfestival konnte erneut zum Auftritt in der Kupferstadt verpflichtet werden: Hans Keller war den Konzertbesuchern kein Unbekannter mehr. Vom Burghausverein eingeladen, hatte der Interpret mehr Gelegenheit, sich darzustellen, das Publikum einen intensiveren Genuss, als dies im Rahmen eines Festivals denkbar wäre.
Am akustischen Bass von Minor Rogalla begleitet, zupft und schlägt Hans Keller seine Gitarre. Hinter den lyrischen Texten offenbart sich, was im Kleinen groß ist: Alltag. Besonders in den selbstgeschriebenen Lieder ist biograpisches Material zu intensiven Bildern, Szenen, Visionen verdichtet. Alltags-Vokabular findet Eingang in die Beschreibung vom Sinn und Unsinn des Lebens, wenn Keller es mit dem Autofahren vergleicht: im Kreis herum.
Die Reminiszenz an seine Heimat Niederrhein, wo er 30 Jahre seines Lebens verbrachte, beginnt er im  Solospiel. Die Beschreibung eines ureigenen Stücks seines Ichs ist durchzogen vom direkt formuliereten Bild der Kloake Rhein, trotzdem überwiegt eine sentimental Liebe zu dem flachen Land.

Bis 1982 lebte Hans Keller in Düsseldorf. Seine Biographie liest sich wie die eines Suchenden, der in der Musik sein Ich fand. Bis zur ersten Langspielplatte war es ein weiter Weg, doch mit der Schallplatte kam ein erster, durchschlagender Erfolg, der ihn als "unbekannten Außenseiter unter den deutschen Chansoniers bekannt machte. Vielleicht ist es die Durchschlagskraft der rauh-heiseren Stimme, vielleicht is es die ausdrucksvolle Linie im bunten Arrangement der Antagonismen arm/reich, Stadt/Dorf, Innenwelt/Außenwelt die Kellers Lieder unter die Haut gehen lassen.                                       Stolberger Volkszeitung 19.03.1984

           

MC - HANS KELLER  - SONGS AUS ZEHN JAHREN -

Michel-Folkzeitung. (1984)

Hans Keller hat keine Allüren, kein künstlich aufgebautes Star-Image. Seine Bühnenpräsenz ist von der gleichen "Nicht-Dynamik" wie die eines Van Morrison. Er hat Lieder die unter die Haut gehen. Und er singt sie, schreit sie, lebt sie. Egal, ob sie von ihm selbst sind oder von sonstwem. Er vereinnahmt sie, macht sie zum Teil seines Lebens. Wenn er über Gitarre und Mikro gebeugt auf der Bühne steht und diese Lieder singt, dann schlägt er sie alle, seine "großen" Kollegen.

Auf die MC hatte ich damals alle die Songs draufgepackt, die damals nicht auf die LP kamen.

      

Tom Schröder im WDR zum Auftriit von Hans Keller - Jubliläumsfestival -              10 Jahre Folkclub Witten im Wittener Saalbau - 23. u. 24 Juni 1984

Hans Keller kannte ich schon von seiner LP, aber live wirkt er viel stärker. Er kann kann im Gegensatz zu vielen "Liedermacherdarstellern" J. Brel singen, ohne dass es peinlich wird.

Ute Fischbach im MÜNCHENER MERKUR vom 11. Februar 1981

Den jungen Brecht angezapft Hans Kellers Auftritt im Theater über dem Landtag

Hans Keller, der Liedermacher vom Niederrhein, gastierte im Theater über dem Landtag mit eigenen Songs und solchen von Bert Brecht. Ein wohltuend anderer Brecht, ohne Weill- und Dessau- Kargheit, ohne erhobenen Belehrzeigefinger, das Kulinarische nicht verachtend, also ganz im Sinne des Altmeisters.

Mit platter Politisiererei hat Hans Keller nichts im Sinn; er liefert Zustandsschilderungen, präzise in der Beobachtung und literarisch im Ausdruck - ein Abgesang auf den energie- illusionslosen Menschen von heute. Er lässt sich ein auf die zwei schwierigsten Themen: Heimat und Liebe, fürchtet keinen "dumpfen Geschmack".

Da zeigt sich, wieviel er für seine eigenen Texte von Brecht gelernt hat, vor allem von frühen Brecht. "Aus der Uhr tropft die Zeit" und "ein blasser Regenmond beginnt seine Schicht" heißt es bei ihm. Ebenso alltags-poetisch auch sein Vorstadt-Morgenerleben mit hustenden Motoren und Rauschen im WC. Zwischendurch beliefert ihn die Realität mit reichlich Satire, was sein Werbelied für die Bundeswehr beweist. Oder gar sein "Knigge für alternative Umgangsformen".

Hans Keller hat eine eigene Musikgruppe, und man merkt es auch seinem Solo-Programm an, das Musik mehr ist, als nur Begleitung, dass sie als dramatisches Element eine eigene Geschichte erzählt. Ein Gewinn.

1985 verlief ähnlich wie 1984, aber es war schon zu spüren, dass es allmählich immer schwieriger wurde für  "Klein-Künstler" wie mich. Das und auch meine private Situation  führten gegen Ende 1985 dazu, dass ich mich entschloss das Touren und das Sonstige aufzugeben.

Vorher machte ich aber noch mit Minor Rogalla (Bass) und Toni Sciotta (Percussion) eine MC:  - ZWIELICHT - Titel daraus hatten wir bei unseren letzten Auftritten schon live gespielt. Später habe ich diese mit ein paar anderen Takes gemixt und auf gleichnamiger CD gesammelt.


Weiterhin spielte ich zwar noch Gitarre, schrieb noch manche Songs, machte Arbeits-Tapes: aber es gab auch damit immer größere Pausen zwischendurch. Mittlerweile war ich in der Erwachsenenbildung tätig, was mich mit den dazugeghörigen Aus- und Weiterbildungen zeitlich immer mehr in Anspruch nahm.