WortKlang & LiedGitarre - Workshops & Konzerte

Zum Ende der 80er Jahre beschäftigte ich mich zunehmend mit J. Brel. Initiert durch eine alte Freundin aus dem Dannys Pan - Maegie Koreen (und ihrem Mann - Manfred Weiß). Sie wollten zu Brels zehnten Todestag 1988 ein neu überarbeitetes Brel-Programm auf die Bühne bringen. Suchten dafür neue Übersetzungen und Bearbeitungen und außerdem einen Sänger, da Maegie das Programm nicht alleine auf die Bühne bringen wollte, sondern im Stil einer Revue arbeiten wollte. Und so machte ich mich an die Arbeit, ließ mir ausgesuchte Stücke von Französisch-Kundigen wortgetreu übersetzen und machte mich dann an die Arbeit, diese Ergebnisse so umzusetzen, dass es singbar war. Dazu nahm ich mit einem Tascam in meinem damaligen Wohnkeller  diese Versuche auf. Dabei entstand wieder ein ganzes Repertoire. Maegie und ich führten diese Brel-Revue dann ín den 90ern auf und ich machte ein Solo-Progamm mit dem Titel "ICH BIN EIN SOMMERABEND", welches überwiegend Chansons von & nach J.Brel enthielt.

Im Mai 1991 fand eine Art Festival auf dem BOBs STAGE - Gelände statt. Anne Wolfshohl, die nun auch aus dem Hof ausziehen musste/wollte, lud alle "Ehemaligen" ein, dem endgültigen "Begräbnis" beizuwohnen. So trafen sich viele der ehemaligen Akteure und Fans wieder. Ein letztes Mal gingen wir durch die alte Hütte, in der allerdings nichts mehr stattfinden konnte, sahen uns nochmal die alten Gästebücher, Infos und Plakate an. Die Konzerte wurden in einem Zelt gemacht; und wir nahmen dann Abschied von diesem Teil der gemeinsamen Vergangenheit.

      MC - ICH BIN EIN SOMMERABEND    


Ich war erstaunt über die Intensität seines Gesangs und rhytmisch und melodisch gekonnt akzentuierte Gitarrenbegleitung. Nichts für nebenbei, sicher, aber Keller machts leicht zuzuhören.                         

(H.P.Katlewski / FolkMichel 1992)


FOLK - CLUB - HOCHNEUKIRCH

Als zweiter Musiker nutzte Hans Keller die bereitgestellte Musikanlage. Nach siebenfähriger Bühnenabstinenz überraschte er die Besucher mit wirklich guten, zum Teil recht deftigen Chansons. Eigene Kompositionen wechselten mit Stücken bekannter Chasonniers wie Jacques Brel. Der kurze Auftritt hat Appetit  auf mehr gemacht. Gewiss wird von Hans Keller noch einiges zu hören sein.                                    ( Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 15.05.1992)

                 

Auftritt in Ittersbach - Keller beendete Künstlerpause.

Karlsbad-Ittersbach. - Auftritt vom 10.12.1993

Vor nicht allzu langer Zeit hat Hans Keller, einer der bekanntesten Interpreten und Liedermacher in der Kleinkunstszene, seine selbst auferlegte künstlerische Pause beendet und sich ein neues, sehr ausdrucksstarkes Tourneeprogramm erarbeitet, was er in der "Ittersbacher Museumsscheune" präsentierte.
Im Zentrum des Konzerts standen Lieder von Jacques Brel; dabei wurde immer wieder spürbar deutlich, wie intensiv sich Hans Keller mit den Texten und deren Inhalten auseinandersetzt. Seine Musik und seine Darbeitungen sind keine erfolgsorietierten Nachahmungen, sondern bleiben immer wieder Wiedergabe des auch selbst Gelebten und Erfahrenen. In seinen Eigenkompositionen beschreibt er sden Alltag, Wege und Umwege des Lebens und die reichhaltige Palette der Gefühle von Liebe, Freude, Schmerz.
Noch immer inspiriert von Jacques Brel, setzt auch er sich mit dem Tod auseinander, dem Totgeschwiegenen, was in seinem "Begräbnistango" und dem darin enthaltenen "Trauerwettbewerb" zu dem wird, was er tatsächlich ist - unabänderlicher Bestandteil des Lebens.
Seine einfühlsame und dennoch rhytmische Gitarrenbegleitung verdeutlicht seine Liebe zur Musik. Der frühere Band-Musiker Hans Keller setzt sich sehr ausdrucksstark ebenso mit Brecht-Vertonungen auseinander und hofft, dass seine Lieder das vermögen, was er sich selbst wünscht - eine Verschmelzung von Sinnlichkeit und Geistigkeit. "Ich versuche durch Texte und Musik Stimmungen, sowie Bilder zu projizieren, für mich und die Zuhörer."


Hans Keller beim KULTURFRÜHSTÜCK - Neuss - 06.09.1992

Hans Keller, Chansonnier, führt in seinem Programm "Ich bin ein Sommerabend" die Zuhörer durch 20 Jahre künstlerische Arbeit mit Gitarre un Gesang. Zu seinem Repertoire gehören Lieder von B.Brecht, J. Brel, K.Tucholsky, Bob Dylan, u.a. Der Zuhörer tritt durch die Aussagekraft Hans Kellers im Chanson in Dialog mit dem musikalisch ausgedrückten Gefühlen. Der "Sommerabend" ist der Auftakt der Reihe "Kulturfrühstück".


Mittelpunkt der Lieder ist das normale Leben

Ein Abend mit Chansonnier Hans Keller im Hinterhof

Gelsenkirchen: "Klein"-kunst gab es am Samstag im Hinterhoftheater gewiss nicht, auch wenn mit Hans Keller ein typischer Chansonnier solo auf der Bühne dieses sympathischen Theaters stand. Keller widmete sich hauptsächlich Liedern von Jacques Brel und Bert Brecht. Andere und eigene Lieder waren auch dabei; letztere gab Keller aber erst auf Nachfrage als Eigenschöpungen zu erkennen.

"Ich bin ein Sommerabend", so poetisch hatte er diese zwei Sunden überschrieben. Keller sucht vor allem nach der Grenzerfahrung und der Emotionalität menschlichen Lebens. Im Auge hat er dabei Menschen "wie du und ich". Eine geschliffene Sprache wertet das scheinbar alltägliche Ereignis auf. Und sein vorzüglich, dirfferenziertes Gitarrenspiel transportiert und unterstützt den Inhalt. Das Leben aus der Sicht eines jeden wird zu Mittelpunkt: Liebe, Freundschaft und Tod stellte Keller pointiert dar. Dabei büßten die bis zu 50 Jahre alten Lieder nichts von ihrer Aktualität und Vitalität ein.
Aufmüpfig wirkte es hier, aufrüttelnd dort. Vom Aufreißer wechselte Keller zum zerbrechlichen Chanson und entlarvte Verlogenheit. Engagement stand immer dahinter. Sachlich, dezent, eindringlich und authentisch wirkte der Sänger auf der Bühne.

WAZ - 21.September 1992

Was lief sonst noch in 92?

Eigene und andere Lieder & Chansons im "BUCHCAFE" - Bad Hersfeld - Freitag 07.08.92

Chansons mit dem Programm: "Ich bin ein Sommerabend" in der - PERSPEKTIVE - Wilhelmshaven am 23. Okotober 92

Mit Tempo durch die deutsche Seele

Der Liedermacher Hans Keller spielte auf seiner Gitarre poetische Chansons von Jacques Brel. Audrucksvoll und faszinierend sang er von Brels großen Themen; von Liebe, Freundschaft und Tod. 

Allgemeine Zeitung Mainz v. 21.01.1993

In dieser Tüte war süße Sahne

Neue Überraschungen im unterhaus: Chansons, Schlager, Kabarett
Selbstbeschränkung hatte sich ein anderer Künstler des Abends, der Chansonnier Hans Keller, gleichfalls erstmals im unterhaus, auferlegt. Er sang ausschließlich Lieder des flämisch-französischen Sängers Jacques Brel. Obwohl Keller eine warm klingende, aussdrucksstarke Stimme hat, ist es nicht genug, den großen Brel nachzusingen. Brels Radikalität war gelebt und drückte sich in den Chansons aus; das lässt sich nur schwer wiederholen. Einmal, im berühmten Lied über das eigene Begräbnis kam Keller Brel nahe.

Mainzer Rhein-Zeitung  21.Januar 1993

Hinterhof-Theater startet neu mit Kabarett und Brel-Liedern   
Hans Keller war der zweite Künstler des Abends - bei Kurt Mathenia kein unbekannter mehr. Mit seinem Programm "Ich bin eine Sommerabend" gastierte er bereits im alten Hinterhof-Theater. Der Chansonnier begeisterte mit Liedern von Jacques Brel und Bearbeitungen von Brecht oder Tuscholsky. Seine Themen sind die Brels: Liebe, Freundschaft, Tod. Sein expressiver Gesang und dirfferenziertes Gitarrenspiel rüttelten auf. Die Texte, obwohl schon über 30 Jahre alt, waren aktuell.          (Ruhr-Nachrichten 18.01.1993)

MC - Chansons - Folksblatt 4/93 - Steffen Junghans
Hans Keller ist innerhalb einer berufsmäßig literarisch ausgerichteten Szene ein Außenseiter und doch vielleicht der ursprünglichste  unter den deutschen Chansoniers. Seine Kassette "Chansons" unterstreicht das wieder einmal. Die A-Seite bietet Brel-Bearbeitungen; auf der B-Seite sind Kellers eigene Titel zu hören. Mit tiefer, rauher, eindrucksvoller Stimme singt Keller ohne jegliches Gehabe eigene Lieder und Lieder von anderen (in diesem Fall von Brel), die er vereinnahmt hat, und die er genauso zu einem Teil seines Lebens macht. Die Atmosphäre dieser Kassette erinnert mich an Hans Kellers Bühnenpräsenz, seine Ausstrahlung, die mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit unter die Haut geht.

                                                              

Lieder von Liebe und Tod

Chansons von Jacques Brel standen im Mittelpunkt des Konzerts, das Hans Keller im Schloss gab. Erinnerungen an einen unvergessenen Künstler wurden wach.

Drei Themen bestimmten das Schaffen Brels. Die Liebe, die Freundschaft, der Tod. Hans Keller hatte für den Abend eine geschickte Auswahl getroffen, mit der diesen Facetten durchaus gerecht wurde. Titel von Degenhardt über Brecht und Tucholsky rundeten sein Programm ab.
Keller hat die Stücke Brels übersetzt und bearbeitet. Bei seinen Vorträgen im Rittersaal begleitete er sich selbst auf der Gitarre. Dabei zeigte er ein breites Spektrum von Spieltechniken und Gestaltungsmerkmalen. Zudem verfügt er über eine gute und modulationsfähige Stimme, singt sauber und gestaltet textbezogen, womit er den Intentionen Brels und der anderen Autoren im hohen Maße gerecht wird. Besonders mit "Gerda" mit dem der Abend Schloss, stellte er seine Fähigkeiten deutlich unter Beweis.
Brel-Texte sind sehr direkt. Er nahm kein Blatt vor den Mund und scheute auch deftige Sprache nicht, wenn sie ihm angemessen erschien. Dabei erstaunt wie aktuell seine Lieder heute noch sind. "Ideal und Wirklichkeit" ist do ein Titel, in dem der Wunsch nach einer schlanken Frau damit endet, dass man einer kleinen und dicken hängen bleibt. Mit "Snobs und Bummler" wurde eine Art von Boheme kritisch betrachtet, die nichts leistet, Müßiggang pflegt und für die die Liebe nur ein unverbindliches Spiel ist. Und im "Begräbnistango" klingen unüberhörbar sarkastische Töne an. Insgesamt sorgte Keller für einen anregenden und unterhaltsamen Abend, der auf viel Interesse stieß.
              (Velberter Zeitung -10.03.1994 - Adolf Watty)

Sonstige Termine:
Hans Kellers Brel-Abend im STUDIO-THEATER - Saarbrücken am 24. März 1994

Pariser Chansons voller Zauber

Maegie Koreen und Hans Keller widmeten dem Sänger Jacques Brel ein Porträt.

Gelsenkirchen. Schwarz, die Farbe der Exitentialisten, beherrschte die Bühne. Schwarz gekleidet waren auch die beiden Interpreten.. Schwarz angehaucht klang auch die Stimme, die den Chansonabend in Kurt Matenias "Hinterhoftheater eröfnete. Sie gehörte Hans Keller, der gemeinsam mit Maegie Koreen unter dem Mott "Aufrecht leben" Lieder des aus Belgien stammenden und in Paris zu Ruhm gekommenen Komponisten und Sängers Jacques Brel vorstellte.

Koreen und Keller zeigten im Duett oder als Solisten die ganze Bandbreite des Künstlers.
Hans Keller, der mit seiner rauhen und rauchigen Stimme das Publikum für sich einnahm, wirkte zeitweilig unkonzentriert. So dämpfte er den Zauber der Texte Brels und des Vortrags von Maegie Koreen
BZ - 13. September 1994

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Maegie und ich haben an einigen Plätzen dieses Programm Probe-aufgeführt. In Cafe's in Bottrop, Gelsenkirchen, Kultur-Hallen im Ruhrgebiet, in Berlin in einem Hotel, etc.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Genau zum Jahreswechsel 1994/95 zogen meine Frau und ich nach Aumühle bei Hamburg.
-------------------------------------------------------------------------------------------

"Ich bin ein Sommerabend"

Chansons von Jacques Brel im Mainzer Unterhaus -
Montag 28. & Dienstag  29. August 1995

Jacques Brel hat sich mit seinen Texten, Liedern und Chansons einen unsterblichen Namen gemacht. Hans Keller, der Sänger mit der rauhen, kräftigen Stimme, hat diese eindringlichen Songs übersetzt und bearbeitet.
Und singt diese mit geschliffener Sprache, begleitet von seinem differenzierten Gitarrenspiel.

Ankündigungen in Mainzer Zeitungen

     

Liedermacher lassen 70er Jahre aufleben
Hommage an Jacques Brel in der Casa Nova - 18. Juni 1995

Die hochkarätige Chansonhommage der Liedermacher Maegie Koreen und Hans Keller an Jacques Brel in der Casa Nova, riss am Sonntag die Zuhörer in einen Taumel der Freude, des Leidens und des Weinens und am Ende zu einem nichtendenden tosenden Applaus hin.

Die 70er Jahre und ihre Songschreiber, wie Bob Dylan, Joan Baez oder Jacques Brel prägten Maegie Koreen und Hans Keller. Brel gilt als der bekannteste französische Chansonnier in Deutschland. Die Chansons des großen Künstlers, der auf dem Höhepunkt seiner abtrat und 1978 starb, zeigen, dass sich Musik und Literatur auf harmonische Weise verbinden lässt. Denn der Text eines Liedes war damals genauso wichtig wie die Musik.

Die beiden Liedermacher gehören zu den wenigen Künstlern, die dieser Linie treu geblieben sind und die sich trauen auf die Bühne zu treten, nur von ihrer Stimme und einer Gitarre begleitet.

Ihr Programm "Aufrecht leben" beinhaltet eine Mischung berühmter und unbekannter Chansons des Künstlers, alle in deutscher Sprache gesungen. Brel besang die Landschaft seiner Heimat, nahm sich selbst und seine Mitmnenschen mit ihren kleinen Schwächen bitterböse aufs Korn und revoltierte gegen Scheinheiligkeit und Spießertum. Maegie Koreen und Hans Keller wecken mit ihren großartigen Interpretationen die stille Sehnsucht nach dem "Flachen Land" oder die Trauer "Einen Rreund weinen sehn".

Wenn die zwei auf der Bühne stehen und singen, ist Brel immer gegenwärtig. Man wartet darauf, dass er hinter dem schwarzen Vorhang hervor- und an das Mikro tritt, um noch einmal temperamentvoll "Amsterdam" zu schmettern.


WAZ - Essen

Kräftige Stimme - Hans Keller interpretierte Brel

Liederabend mit Hans Keller am 11. August im "GLASHAUS" - Herten

Chansons von Jacques Brel sang und spielte Hans Keller im Bistro des Glaushauses vor rund 50 Zuhörern. Zu Beginn des Abends begrüßte Cornelia Berg das Publikum zum Mini-Jubiläum des Glashauses:Seit drei Monaten stehen die Türen der neuen Biblithek "weit offen."

An gemütlich engen Tischen saßen die Zuhörer und ließen Kellers Musik bei einem Glas Wein unter die Haut gehen. Dabei wurde schnell deutlich, dass sich die Chansons von Jacques Brel, die Keller ins 
Deutsche übersetzte, nicht zum Weghören eignen und nichts für nebenbei sind. Doch Hans Kellers schnörkelfreie Interpretationen auf der Gitarre und seine klare, kräftige Stimme machten es leicht zuzuhören.

In seinen  Chansons sang Keller voll Gefühl von Liebe, Leidenschaft, Freundschaft und dem Tod. Mal wurde er auch sehr poetisch: "Ich bin ein Sommerabend." Keller schreckte dabei auch vor der derben Sprache, die für Brels Chansons typsch sind, nicht zurück.

Eigenkompositionen und Lieder von Brecht rundeten das Programm ab. Das Publikum war begeistert von der Kultur im Glashaus und sparte nicht mit anerkennendem Applaus.                      
     
                                                                                              WAZ


Chansons im Museum - Datteln - 08.10.1993
In intimer Atmosphäre stellte der Sänger und Gitarrist Hans Keller am Freitag abend im Hermann-Grochtmann-Museum sein Programm: "Ich bin ein Sommerabend" vor. Dabei konnten die anwesenden Zuhörer einem Spektrum von ganz leisen bis ziemlich lauten Tönen des stimmgewaltigen Sängers lauschen. Die sehr gelungene Darbietung enthielt überwiegend Interpretationen von Jacques Brel, aber auch Chansons aus der eigenen Feder.
 WAZ

Was lief sonst noch in 95?

Chanson-Abend im Club Q - Kreusler Straße 6 - Hamburg - St.Petri - 20. März 1995

Chanson-Abend  in der PERSPEKTIVE - Wilhelmshaven - am 08.04.95

Chanson-Abend im BRAKULA - Bramfeld - Hamburg am 14.10.1995

Eigene und andere Balladen, Chansons und Lieder - Kleinkunstkneipe Alte Post Brensbach
15. Dezember 1995


                            
                                      mit Michail Bakulin im Studio des "Radio Wossiland"

Die unmöglichen Träume eines Liedersängers

Hans Kellers Konzert im Thing am 04. November 1995

Limburg. - Er beruft sich auf Schopenhauer. Auch der habe sein ganzes Leben einem Gedanken gewidmet. In seinen Liedern geht es Hans Keller immer um den Daseinsdrang, den Willen zum Leben und um die Welt als Vorstellung. Philosophisch, melancholisch und manchmal pessimistisch ging es im Thing zu.

Die meisten Lieder, die Keller sang, sind schon recht alt. Auch die eigenen schon 20 Jahre. Doch statt mit Frustration sang er sie noch immer voller Leidenschaft. Der eine Gedanke klingt noch. Natürlich hat sich nichts geändert. Seit Jacques Brel Satire auf die 20jährigen, die sein wollen, wie Voltaire oder Casanova und Spottlieder singen auf das Bürgerpack im Spießerfrack. Und zur Polizei rennen, wenn sie selbst, die heute nur noch von Voltaire, Casanova oder sich selbst reden, die Opfer des rebellischen Hohns geworden sind. Das ist ein ewiges Thema.

Doch bei Brel, Hesse, Brecht oder Tucholsky träumen die Menschen noch den "unmöglichen Traum" von intensiven Gefühlen, den Sternen, der wahren Liebe oder der Freiheit. Heute sind die Träume meist viel konkreter.

Einen ganzen Abend ging es um Seele, Geist, Sehnsucht, die Suche nach der Wahrheit oder die Flucht aus der Mittelmäßigkeit. Hans Keller hat seine musikalische Wahrheit gefunden, in der Interpretation der Brel-Chansons ist er kongenial. Und Keller hat die bessere Stimme. Und er lebt noch. Wo bei den Leonard-Cohen-Übersetzungen das Versmaß etwas holpert, scheint die Übersetzung aus dem Französischen das Original zu sein.

Vielleicht ist Hans Keller der, der unsere Gedanken wieder auf den einen zurückführen kann. Vielleicht singt er deshalb seit 20 Jahren dieselben Lieder. Vielleicht war es nur ein nostalgischer Abend mit einer Stimme, einer Gitarre und einer Seele. Auf jeden Fall war es schön und zumindest für eine kurze Zeit fragt man sich auch: "Fühlst du das, was du lebst?".

                                                 Sabine Rauch - Nassauische Neue Presse - v. 08. November 1995
*******************************************************************************************************************************
1995 hatte ich noch einige Engagements, zb. in Kiel in der Pumpe, in Saarbrücken,   in Klingberg i. SH und andere.
1996 wurde es schon weniger, da ich erstmal mit meiner Ausbildung zum Therapeutischen Berater im Suchtbereich in Hamburg, beschäftigt war. Es gab einige Zimmer-Konzerte und einige Club-Konzerte.Dann noch in Timmendorf und in Kiel in der Räucherei. und im THEATRON.
                               
                                        Im THEATRON mit Michail Bakulin & Michael Steuer

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Am Samstag den 09. März 1996 war ich jedenfalls noch einmal in Karlsbad-Ittersbach in der MUSEUMSSCHEUNE mit meinem Programm "Auf den Zauberischen Karussellen"
**********************************************************************************************************************************
Programmzettel-Info vom Festival in DURBAN / Südfrankreich. Einer meiner wenigen Termine im "Ausland"
Bei diesem Festival lernte ich Andre Krikula (Vocals&Gitarre), Conny Sommer(Percussion), Juan Rodriguez(Gitarre) kennen, die bald darauf als die Gruppe "MATAMA" auftraten und CDs produzierten. Außerdem noch Robert Franz(ebenfalls ein Flamenco-Bossa-Samba-Gitarrist), mit dem ich dann eine gemütliche Rückfahrt in meinem alten Uno hatte. Alle genannten kamen aus Hamburg und wir trafen uns in der Folge mal verabredet oder zufällig.

Eine Ankündigung auf dem Weg / Mein "Reisewagen" vor dem Theater / Die Theaterbühne & ein Ensemble 

Auf dem Karussell des Lebens

Hans Keller im Bürgerhaus Vegesack  am 07. Februar 1997

Das war mal etwas völlig anderes: Ein Künstler, der sein Publikum nur mit Gitarre und völlig unverstärkt unterhält. Solches findet der geneigte Kulturmensch heute selten. Da ist der gebürtige Rheinländer Hans Keller, der heute bei Hamburg lebt, etwas anderes. Um seinPublikum mitzureißen braucht er nicht viel. Sein Programm "AUF DEN ZAUBERISCHEN KARUSSELLEN" ist eine Art Klarwäsche für den Kopf. Sie fand am Freitag abend im Vegesacker Gustav-Heinemann-Bürgerhaus statt.

Texte von Bert Brecht bis Jacques Brel hatte der Künstler seinem kleinen Nordbremer Publikumskreis mitgebracht. Die trug Keller in heimeliger Atmosphäre vor: Kleine Tische mit Kerzen darauf und gedämpftes Licht. Das war schön. Hans Keller verbreitete ein Stück stiller Poesie. Das gelang ihm mit Adaptionen nicht nur der Brecht- und Brel-Stücke. Auch Songs von Leonard Cohen und Lyrik Hermann Hesses fanden sich im Repertoire wieder.

Hans Keller begab sich auf eine Reise durchs Leben. Wie in einem Karussell geht's rauf und runter. Da ist die Jugend, voller Ideen und Idealismus. Alles, was die Älteren machen, wird angezweifelt. - Brels Stück über die "Snobs und Bummler aus der Nacht", in dem der Dichter sie verächtlich betrachtet, passte gut. Tja, dann gint's einen Lebensabschnitt, imn dem sich viele Menschen einsam vorkommen. Dies beschrieb Hans Keller mit einem Text von Hermann Hesse.

Und was ist das Leben ohne den Tod? Über ihn machten sich Brel und Konsorten in den 60er Jahren viele Gedanken. Doch erstmal gilt das Leben. "Stufen" hatte Hermann Hesse dazu geschrieben: "Des Lebens Ruf wird niemal enden." Hans keller steuerte im Bürgerhaus eine schöne Musik dazu bei. Schöne Musik, das war es, was Leonard Cohen, nach Hans kellers Worten "ein Mytiker", geschrieben hatte. Er stellte die Fragen nach dem Sinn des Lebens.
Aber nicht nur das ist es, was das Lebenskarussell ausmacht. Der Mensch sehnt sich nach Heimat. Wie sonst ließe sich beispielsweise Brels Liebeserklärung an Flandern erklären? Dies wie ein kleiner Schwenk in Richtung Meer rundeten Hans Kellers Reise ab. Solche Touren durch Kopf und Zeit sollten öfter stattfinden.

Die Norddeutsche - Dienstag 11. Februar 1997

Was lief sonst noch in 1997?


Ein schöner Konzertabend im CAFE KOPPEL - Hamburg - Lange Reihe 75 - Sankt Georg

05. März 97 mit dem Programm:   "Auf den Zauberischen Karussellen"


Konzertabend im KULTURHAUS EPPENDORF - Martinistraße 40 - Hamburg - am 14.03.97 - ebenfalls mit dem Programm: "Auf den Zauberischen Karussellen"

Künstler schwamm in Glaubwürdigkeit

NRZ / WAZ v. 02. Juli 1997 zum Kans-Keller-Konzert am 30. Juni in Duisburg-Rheinhausen.

Ein Hofkonzert sollte es werden - und wieder einmal machte das Wetter den Veranstaltern in der Rheinhauser Bezirksbibliothek am Montag einen Strich durch die Rechnung. Und so kam es, dass sich nur knapp 100 Stammgäste trotz grauen Himmels zur Bücherei aufmachten, um das Konzert in der Galerie mitzuerleben. Eingerahmt von Ingrid Beers Ölbildern sang der Chansonnier Hans Keller seine Lieder über das "Lebenskarussell".

Der gebürtige Düsseldorfer und derzeitige Wahl-Hamburger ist seit Jahren in der Kleinkunstszene unterwegs und konnte sich einen Namen ais herausragender Jacques-Brel-Interpret machen. Obwohls seine Balladen ausnahmslos deutschsprachige Bearbeitungen von Songs sind - Bertolt Brecht, Hermann Hesse, Leonard Cohen und Bob Dylan sind neben Brel seine Favoriten - schaffte er es, mit der Auswahl seiner Lieder und seiner Vortragsweise eigene Akzente zu setzen und so den Anspruch, musikalisch einen Lebensweg zu präsentieren, zu halten.

Sei es der "Finnische Tanz" in dem Brecht seine Erlebnisse aus der Emigration schildert, und der sich aus Kellers Mund wie eine bitterböse Abrechnung mit dem eigenen Umfeld anhört: oder die "Snobs und Bummler aus der Nacht", denen Brel in Paris ebenso begegnete wie Keller im Düsseldorfer Kunstverein - stes glaubte man, der Liedermacher habe all die geschichten selbst erlebt.

Ausgeträumte Träume gesetzter Bürger, die Resignation des altgewordenen Jägers, das unbemerkte Abebben von Sturm und Drang der Jugend - all das brachte Keller in diesen Liedern zu Ausdruck, un dennoch bekannte er: "Ich log - ich bin nicht alt - ich bin nicht satt vom Leben!"
Das Publikum hatte Keller von Anfang an auf seiner Seite und der Applaus wurde mit jedem Lied kräftiger.

Wenig Aufwand, doch nie einförmig

Rheinische Post v. 02.07.1997 zum Konzert von Hans Keller am 30. Juni in Duisburg-Rheinhausen

Der Sänger, der mit lediglich zwei Gitarren als Hifsmittel auskam, ließe sich treffend als ein engagierter Künstler bezeichnen. Der Chansonnier Hans Keller verabschiedete in der Rheinhauser Bezirksbibliothek sien Programm "Auf den zauberischen Karussellen". Weil das Wetter erneut nich recht mitspielte, fanden sich abermals nicht ganz so viele Besucher im Ausstellungsraum ein. Für die Anwesenden waren Lieder auf Texte von Bertolt Brecht und Hermann Hesse jedoch ein Gewinn. Außerdem hatte der Interpret Chansons und Songs von Jacques Brel, Bob Dylan und Leonard Cohen übersetzt und aktualisiert.

Hans Keller stellte Stücke zur Diskussion, die ihn teilweise seit dreißig Jahren begleiten. Mit diesen Songs machte sich der Sänger auf die Suche nach Sinn und Ziel. Er beschrieb die Position des Außenseiters und zeigte, wie sich anfängliche Träume in Luft auflösen, weil trotz anfänglicher Weigerung jede Genration schließlich genauso lebt wie die vorangehende. Drückten Landschaftsschilderungen zugleich innere Landschaften aus, hatten andere Songs wie Bob Dylans " Die Zeit will eine andere sein" eindeutigen Appellcharakter.

Obwohl der Sänger mit einem Minimum an Aufwand auskam, wurde sein Konzert nicht einförmig. Ganz im Gegenteil verstärkte sich die Wirkung kontinuierlich: Rein stimmlich beurteilt ging Hans Kellers Vortrag zwar das letzte Quentchen an Außerordentlichkeit ab, aber es beeindruckten die Klarheit der Ditktion und die Sicherheit, mit der er die verschiedenen Situationen erfasste. Besonders auffällig wurde es, wenn der Sänger sarkastisch sein durfte, so bei Brels Vorstellung vom eigenen Begräbnis. Das Gitarrenspiel des Sängers war zudem so abwechslungsreich, das praktisch keine Wiederholungenj erkennbar waren. Mit Liedern von Liebe und Ewigkeit versuchte Hans Keller die Vielschichtigkeit der Welt zu erfassen.

Michael Tegethoff           
                                                                                                           

Hans Keller - Troubadour mit gestauchten Flügeln

WINDROSE - Balticult - vom März 1998 - Ernst Groth

"Ich komm aus der Rheinstadt ..." , so beginnt die gerade fertiggestellte CD von Hans Keller, auf der ausschließlich eigene Lieder mit sparsamer Instrumentierung und sicherer Stimme vorgetragen werden. Man spürt deutlich, dass die Verbibndung zur Heimatstadt Düsseldorf ähnlich ist wie die Erinnerung an die erste Liebe und nicht ausgetauscht werden kann. Obwohl auch das Stück "Hamburg" deutlich die Zuneigung des Sängers zur gegenwärtigen Eahlheimat nicht verbergen kann, ist hier doch eine kühlere Distanz unüberhörbar. "Eine Stunde bis zu Meer" sagt der Sänger zur Unbekannten und fordert sie auf, mit ihm zu kommen und im wundershönen Song "Hochzeit" verschmelzne die Liebe zu ihr und zur Schöpfung scheinbar ganz selbstverständlich zu einer einzigen Empfindung.

Am 18. Februar 1998 spielte Hans Keller im ATRIUM in Hamburg-Altona sein Programm "Auf den zauberischen Karussellen". Nach dem Konzert hatte er noch Zeit und Kraft genug, sich meinen Fragen nach seiner Lieblingseissorte und seinen verflossenen Liebschaften zu stellen. Hier die wesentlichen Aussagen:
WINDROSE:
Heraus mit der Sprache und kein Blatt vor dem Mund genommen, warum um alles in der Welt bist du Musiker geworden?
HANS KELLER:
Ich konnte wohl nicht anders, schon als Kind hinterließen Musikalische Originale, die damals ab und an bei uns vorbeikamen, bei mir den stärksten Eindruck.
WINDROSE:
Wann hast du diese Unterhaltung erlebt?
HANS KELLER
Das muss so Mitte bis Ende der fünfziger Jahre gewesen sein. Zum Beispiel zogen zwei Geigenspieler in alten Mänteln durch die Hinterhöfe und spielten. Auußerdem gab es einen Scherenschleifer, der zusätzlich Kosakentänze aufführte und stets freundlich und heiter war. Ab und zu tauchte auch ein Alkkordeonspieler auf, der auf dem Rücken eine Pauke trug und beides gleichzeitig spielte, dazu hatte er noch einen Schellenbaumhelm auf dem Kopf. Wir Kinder machten natürlich große Augen und Ohren, wenn derart skurrile Zeitgenossen den eher trüben Nachkriegsalltag bunt färbten.

WINDROSE:
Welche Musik hast du ansonsten zu der Zeit gehört?
HANS KELLER:
Das, was die Erwachsenen auch hörten, erstmal, diese Schlager aus den Fünfzigern, besonders Freddy Quinn, natürlich, dann kamen noch Elvis Presley und Bill Haley, etc. durch meine Onkels und Tanten dazu, und dann brach die englische-amerikanische Musik über uns herein, pünktlich zur Pubertät, - mit den Beatles, Bob Dylan, usw. - 1964, mit zwölf Jahren spielte ich in einer Schülerband sämtliche Hits nach, besonders die Beatles beeindruckten mich mit ihren akustischen Gitarren-Stücken. Ab '65 war ich dann in einer Folk-Band, die beim CVJM übte. Wir spielten sämtliche Folk-Rock-Klassiker dieser Zeit, trugen aber auch eigene Songs vor.
WINDROSE:
Wie kamst dur zur professionellen Musik?
HANS KELLER:
Ein Onkel von mir hatte eine Rockband, die "Action" hieß. Er war tagsüber Abteilungsleiter bei P&C (glaube ich), fuhr einen "Adenauer-Mercedes" und nahm mich mit zu seinen Gigs mit der Band, die oft als Vorgruppe von den Acts wie den "Lords" und besonders "The Who" in der Düsseldorfer Rheinhalle aufspielten.
Dann hing ich wie die anderen Musiker Backstage in der Garderobe herum und konnte mir diese Helden aus der Nähe betrachten (Die Who waren damals schon unglaublich gut). Als ich so 15/16 war, spielte ich auf Weihnachtsfeiern in der Düsseldorfer Rheinhalle, die extra für Arme und Obdachlose vom CVJM organisiert wurden. Da hatte ich schon Solo ein Publikum von ca. 1500 Leuten. ich schrieb damals schon extra Lieder für diesen Anlass. Nach der Schule begann ich eine Bäckerlehre und machte alle für die damalige Zeit typischen Phasen eines Jugendlichen durch. Eine Zeitlang lief ich wie ein Dandy mit bunten Samtklamotten herum, dann war der Folkie-Look angesagt und schließlich kam die Lederjacke dran. Auch die Protest-Song-Welle mit beispielsweise "Christopher und Michael" ging nicht spurlos an mir vorbei. Zu der Zeit wurden für mich auch die Klassengegensätze deutlich erkennbar. Ich selbst kam aus einfachen Verhältnissen, hatte aber durch die Musik Kontakt zu anderen Kreisen.

WINDROSE:
In welchen Kreisen hast du dich als Musiker bewegt?
HANS KELLER:
Anfang der siebziger Jahre gab es in Berlin, Hamburg und Düsseldorf jeweils das "Dannys Pan", ein Kleinkunsttheater mit offener Bühne, jeder konnte dort spielen, Im Düsseldorfer "Pan" spielten unter anderem der damals noch unbeakannte OTTO, Klaus Hoffmann, der schon etwas bekannte Hannes Wader und der sehr bekannte Hanns Dieter Hüsch. Hier machte ich meine musikalischen Lehrjahre durch.
1977 gründete ich die "Hans-Keller-Gruppe"

WINDROSE:
Was wurde aus der "Hans-Keller-Gruppe"?
HANS KELLER:
1979 gingen wir ins Studio und nahmen eine komplette LP auf, die so nie herasugekommen ist.
WINDROSE:
Was war los bei dir in den Achtzigern?
HANS KELLER:
Nach Auflösung der Band, machte ich zunächst eine Soloplatte, Mit  David Forstman, Dieter Aust, Michael Lohrengel, die 1981 erschien. Von 1982 bis 1985 lebte ich hauptsächlich mit und von der Musik.
WINDROSE:
Was kam dann?
HANS KELLER:
Ich brauchte einen Wechsel. Musikalisch legte ich eine Pause ein, gab zwar noch Unterricht, machte kleine Konzerte, widmete mich aber mehr der Jugendarbeit und machte dann eine therapeutische Ausbildung. Eine Freundin brachte mir zwischenzeitlich Material von J. Brel und ich begann, mich damit auseinanderzusetzen.
WINDROSE:
Bist du während dieser Zeit überhaupt aufgetreten?
HANS KELLER:
Erst 1992 begann ich wieder sporadisch in Clubs und Kleinkusttheatern aufzutreten. Ich spielte überwiegend Adaptionen von Brel, Brecht, Cohen, Dylan, Hesse, etc.
WINDROSE:
Seit wann spielst du wieder deine eigenen Stücke?
HANS KELLER:
Nachdem ich einige Jahre lang Solo oder mit Maegie Koreen Brel-Abende gemacht habe, wurde mir klar,das es langsam an der Zeit sei, Hans-Keller-Abende zu geben. Da ich seit vielen Jahren schreibe, hatte ich mehr als genug Material zur Verfügung. Seit 1996 fließen nun kontinuierlich mehr eigene Songs in mein Programm ein.
WINDROSE:
Worum geht es dir in deinen Liedern?
HANS KELLER:
Ganz einfach gesagt, möchte ich Geschichten erzählen, von dem, was ich außen und innen erlebe und von dem was ich erleben möchte. Schön ist es, wenn ich es schaffe, bei den Zuhörern Bilder entstehen zu lassen, die sie zu eigenen Gedankengängen anregen. Ich suche selbst dauernd nach diesen Anregungen.
WINDROSE:
Hans Keller, vielen Dank für das ausführliche  Gespräch, das einen weiten Bogen über gut vierzig Jahre gespannt hat. Hoffentlich wird es in Zukunft häufiger Hans-Keller-Abende geben, mit eigenen Stücken und ausgesuchten Werken anderer Künstler.


"Ein völlig anderer Mensch als wir"

Hans Keller spielte im Wächtersbacher Kulturkeller

Gelnhäuser Tageblatt - Mittwoch 27. Januar 1999

Schon an der Theke, wenn er sich mit einem Glas Wasser auf seinen Auftritt vorbereitet, ist der schwarzgekleidete Man mit dem Schal, mit dem ausgeprägten Profil und dem schütteren, blonden Haar eine Persönlichkeit. Hans Keller braucht für seinen Auftritt nicht viel: Eine kleine, etwas antiquierte Verstärkerbox, seine Gitarre und zwei Mikrofone, eins für die klare, starke Stimme, das andere für die Gitarre - und natürlich braucht er sein Publikum. Im Kulturkeller, wo Keller auf Einladung des Kleinkunstkreises Märzwind spielte, waren am Freitag abend die besten Voraussetzungen.  

Der elektronischen
, minimalen Verstärkung hätte es nicht bedurft, der Kulturkeller hat eine hervorragende Akustik, insbesondere für einen Barden wie Keller. Er tritt auf mit Songs, die er, beispielsweise "mit Bert Brecht geschrieben" hat. Weitere "Ko-Autoren" sind Leonhard Cohen, Bob Dylan, aber Keller spielt auch eigene Stücke.

Kellers Stimme ist tragend und klar. seine Sprache deutlich. Seine Gitarre dient der Stimme mehr als Begleitung denn als eigenes Spiel.  Seine Texte sind, siehe Brecht, sozialkritisch, oder sie Cohen, poetisch, oder siehe Dylan, von beidem etwas. Von allen drei haben die eigenen Keller-Songs etwas.

Im Kulturkeller war der Liedermacher "ich weiß nicht, zum fünften, sechsten oder siebten Mal." Vor Jahren schon, als es den Kulturkeller noch nicht gab, trat Hans keller bereits für den Kleinkunstkreis Märzwind im damaligen Veranstaltungsort "Zum Erbprinzen" auf.

Damals wie heute hatte Keller sein eigenes Publikum, die Menschen seines Alters, hineingewachsen in die 68er- Bewegung, kritisch, aber auch ein bisschen Hippie-verträumt.

"Wenn ich auf den zauberischen Karussellen um die Wette ritt, dann sagte meine Mutter: Er ist ein anderer Mensch, ein völlig anderer Mensch als wir."

Brecht hat ja auch gesellschaftliche Studien betrieben und das Traurige daran ist, dass seine Erkenntnis immer noch stimmt, war kellers Erkenntnis:" Wer nichts weiß,der bleibt ein Hungerleider, und wer was weiß, der macht auch seinen Schnitt - und wer kein Pferd hat, der kommt unter Hufe, und wer ein Pferd hat, ja der reitet mit."

Hans Keller steht seit mehr als 25 Jahren auf den Bühnen Deutschlands. Seine Anfänge liegen im Beat und im Folk der 60er und 70er Jahre. Nach eigenem bekunden ist seine erste und einzige Langspielplatte, schlicht "Hans Keller" betitelt, einer seiner größten persönlichen Erfolge. In dem Jahr ihres Erscheinens gab es in der einschlägigen Presse ein sehr positives Echo.
Seitdem sind zahlreiche Musikkassetten und CDs erschienen, z.T. mit handgeschriebenen Titeln, Einzelstücke sozusagen.

Nach Wächtersbach zu kommen sei für ihn ein "gutes Gefühl - Der Verein ist sehr engagiert und der Kulturkeller ist sehr schön." Das Publikum dankte es mit der Forderung nach drei Zugaben und mehreren gemeinsamen Liedern am Ende des Abends.



Was lief sonst noch in 1999 ?

Konzert in der Kulturkneipe "SPECTRUM" - Hamburg-Lohbrügge am 24. April 1999
mit dem Programm: "Vorstadtballaden"


Musikantenbörse in Garding - 13.07.99 - 20:00 Uhr - Eigene und andere Lieder -

Kulturfrühstück am 24.10.1999 - Stadt Waltrop / VEW /  -Eigene und andere Lieder